| Blogbeitrag von Ursula Patzke | |
| 28. Februar 2011 |
| Lichtwelle - April 2006 | |
| Spuren Nr.83 - Frühling 2007 |
Lilo Schwarz: Im Dialog mit
den Bildern des Tarot
Urania Verlag, Neuhausen
2005, 292 Seiten, Fr. 33.60.
| Luzerner Rundschau 29. Mai 2008 | |
| Text: Jeannette Voltz |
«Ich denke farbig»
Arbeitspsychologin und Tarot-Expertin Lilo Schwarz sprengt Grenzen
Lilo Schwarz, Anfang Juni kommt
Ihr zweites Buch «Selbstcoaching
mit Tarnt» in die Buchhandlungen.
Worum geht es in diesen Buch?
In diesem Buch geht es darum, Menschen
zu zeigen, wie sie mit Hilfe des
Instrumentes Bildsprache über Fragen,
Themen und Probleme ihres Lebens
nachdenken können. Das Bild
schafft eine gewisse Distanz, weil es
von aussen betrachtet wird. Neben
Emotionen und Intuition rufen die Karten
Assoziationen wach. Der Mensch
erweitert so seine Denkweise und erhält
Impulse, alte Muster aufzuarbeiten
und zu klären, bestehende Situationen
anzuschauen oder Neues zu planen.
Verstehe ich Ihr Buch auch ohne Tarot-Kentnnisse?
Es ist ein Folgebuch meines
Basisbuches «Im Dialog mit
den Bildern des Tarot» und
enthält Grundmuster, wie man
Fragen in Bildern auslegen
kann. Diese Grundmuster habe
ich aus meinem Hauptberuf,
der Arbeitspsychologie genommen
und ähnlich einem Homöopathieführer
im Buch eingebaut.
Ich gehe darin intensiv in die
Thematiken des Alltags, wie
zum Beispiel Konfliktlösung,
Zeitmanagement, Work-Life-Balance oder Beziehungs- und
Familienfragen.
Nicht immer kann man sich
selber helfen. Wann sollte
man sieh an eine Fachperson
wenden ?
Wenn man die nötige Distanz
nicht mehr hat und sieh nur
noch im Kreis dreht. Dauert
eine solche Situation länger an,
macht es Sinn, den Rat eines Coaches oder psychologische
Hilfe zu suchen.
Sie sind Tarot-Expertin und
Arbeitspsychologin. Das ist
eine eher ungewöhnliche
Kombination. Wo liegen die
Gemeinsamkeiten?
Sie liegen in meiner
Person. Zu allererst bin ich
Arbeitspsychologin. Ich
coache Führungskräfte, biete
Supervisionen an und führe
Managerseminare durch. Seit
25 Jahren beschäftige ich mich
ausserdem mit Tarot. Die Karten
haben mir neue Wege geöffnet,
um mit meiner spirituellen Seite
in Kontakt zu kommen. Ob ich
als Psychologin Menschen
fördere und coache oder mit dem
Instrument Tarot arbeite, macht
für mich heutzutage keinen
Unterschied. Ich tue beides mit
derselben Grundhaltung: Mit der
Freude und der Überzeugung
Menschen ein Stück auf ihrem
Weg zu begleiten und sie zu
stärken. Ich bin ein Ressourcen
Ich bin ein Ressourcen
orientierter Mensch und
glaube ganz stark an die «
Selbstheilungskräfte» eines
jeden einzelnen.
Wie haben Sie Tarot für sich
entdeckt?
Ich war früher eine Schwarz-
Weiss-Denkerin und der Überzeugung nur was
beweisbar ist, stimmt. Die
Tarotkarten lehrten mich über
die Grenzen farbig zu denken.
Sie sind ein Konzentrat alter
Mythologien, ein überliefertes
Lebensmodell in Bildern. Sie
wecken Gefühle und Fantasien
und aktivieren den Dialog.
Tarot hat mir aufgezeigt, dass
das Leben zwischen Schwarz
und Weiss stattfindet. Nichts
ist nur richtig oder falsch, das
habe ich von den Tarotkarten
gelernt und das prägt auch
mein Beratungsverständnis.
Wie wichtig ist es für Ihre
Arbeit als Arbeitspsychologin
eine spirituelle Seite zu
haben?
In meiner Arbeit mit Managern
und Führungskräften merke
ich, dass der Zugang zur
Spiritualität wieder vermehrt
ein Thema sein darf. Und zwar
die alltägliche Spiritualität. Für
mich ist Spiritualität der Glaube
daran, dass nicht alles erklärbar
ist und dass viele Botschaften
aus Quellen kommen, die wir
Menschen nicht kontrollieren
und steuern können.
Beim Wort «Kartenlegerin» denkt man unweigerlich
an Esoterik. Sind Sie eine
Esoterikerin?
Ich bin keine Esoterikerin, auch
wenn ich mich in diesem Feld
bewege. Ich hin Psychologin
und sehe die Tarotauslegung
systemtheoretisch, ähnlich
einer Familienaufstellung. Ich
möchte Menschen in einen
Dialog mit sich selber bringen
und keine Ratschläge erteilen.
Das Wort «Esoterik» heisst
Innenschau und hat eigentlich
nichts Negatives. Aber wie bei
allen Instrumenten kommt es
darauf an, wie sie eingesetzt
werden.
Bekamen Sie Ihre Spiritualität
in die Wiege gelegt?
Meine Mutter war eine spirituelle
Frau, gläubig, jedoch keine
fanatische Kirchgängerin. Bis
zu meiner Pubertät war ich
vor allem eine «akademische» Vatertochter, die alles
analysieren wollte. Als ich
mich mit Tarot zu beschäftigen
begann, war es nicht immer
leicht, mich auf diese Art Leben
einzulassen, die nicht erklärbar
ist. Mit den Jahren erkannte
ich die enormen Chancen, die
sich daraus für mich ergaben.
Ich bin meinen Eltern dankbar,
dass sie es mir ermöglicht
haben, in beiden Welten gross
zu werden.
Sie bieten «Tarot-Werkstätten» an und , bilden Tarot-
Beraterinnen und Berater
aus.
Meine Partnerin Marietta
Schnider führt Seminare durch,
die den Teilnehmenden das
Tarot als geniales Werkzeug
näher bringt. Ich selber biete
eine berufsbegleitende Ausbildung
zu Tarotberaterin und
-berater an. Dabei lernen die
Leute mit Hilfe der Tarotkarten
als Instrument, Klientinnen und
Klienten in den Dialog mit sieh
selber zu bringen, damit sie
ihre oft verborgenen oder noch
wenig bewussten Inhalte selber
wahrnehmen können.
| Neue Luzerner Zeitung 5. März 2005 | |
| Text: Pirmin Bossart | |
Das
Porträt einer «Kartenlegerin» hatte sich Industriekletterer
Killy von Deschwanden am vergangenen Samstag gewünscht. Und jetzt sitzt
da nicht nur eine Kartenlegerin, sie sitzt auch noch vor ihrem ersten grossen
Buch (siehe Anhang), das heute Samstag das Licht der Buchhandlungen erblickt.
Ein Buch zum Umgang mit der Bild- und Symbolsprache der Tarotkarten. Ist das
ein Zufall - oder ist für Lilo Schwarz schlicht der «Stern" -
die Tarot
karte Nr. XVII - aufgegangen?
Das Buch ist das Ergebnis einer zehnjährigen Auseinandersetzung, die auch
mal «grauenhaft» sein konnte. Grauenhaft spannend und komplex. Lilo
Schwarz lacht. Da musste sie durch und wollte sie durch. Jetzt ist sie erleichtert
und freut sich. Das Buch gefällt ihr. Ein schlichter Umschlag mit einer
symbolhaften Zeichnung. Nichts von allzu esoterischer Ornamentik, die den Deckel
ziert. Nüchtern wollte sie es haben. «Ich bin keine Esoterikerin,
auch wenn ich mich in diesem Feld bewege. Ich bin eine Psychologin.»
Zwei Seelen
Unkompliziert werden wir an der Löwenstrasse in Luzern empfangen, die Frau
ist elegant gekleidet und hat Pep, haben wir uns so eine Kartenlegerin vorgestellt?
Eine kartenlegende Psychologin? Ist sie überhaupt eine Kartenlegerin? «Ich
bin auch eine Kartenlegerin», sagt sie. Mit Betonung auf «auch».
Zuallererst ist sie eine Arbeitspsychologin, die sich auf dem Parkett der Wirtschaft
bewegt, Führungskräfte coacht, Managerseminare durchführt, Supervisionen
anbietet und Kaderleute mit Ressourcen-/Konfliktmanagement stärkt. Bis Ende
2000 arbeitete sie in einem kleineren Pensum beim Kanton für die Schulentwicklung.
Seit gut vier Jahren setzt sie voll auf die Karte Selbstständigkeit.
Eine ihrer Stärken sei es, blitzschnell Verbindungen zu schaffen. Das
Schwarz-Weisse hat darin keinen Platz mehr. Ach bin eine farbige Denkerin geworden
- dank den
Tarotkarten.»
Die jahrelange, Beschäftigung mit Tarot hat sie inzwischen so weit gebracht,
dass sie selber nur noch selten Karten legt. «Ich habe mir die Symbolik
einverleibt. Ich brauche die Karten nicht mehr.» Lieber gibt sie nun ihr
Wissen weiter und bildet Leute zur Tarotberatung aus. «Ich habe festgestellt,
dass es auf diesem Gebiet viele Leute gibt, die inhaltlich sehr kompetent sind,
aber ein Manko haben, ihr Wissen professionell zu vermitteln.» Ihnen hilft
Lilo Schwarz auf die Sprünge. Gelassen sagt sie. «So kann ich mich
getrost zurückziehen und das Feld meinen Leuten überlassen.» Die
Manager-Seele freut sich. Die TarotSeele blinzelt.
Lilo Schwarz, 52, hat aber noch eine andere Seele in ihrer Brust. Vor 20
Jahren begann sie, sich mit dem Tarot zu beschäftigen. Die 78 Karten,
deren Herkunft tief in die Jahrhunderte führt, sind ein Konzentrat alter
Mythologien und spiritueller Überlieferungen. Die Karten haben Lilo
Schwarz neue Wege geöffnet, mit ihrer spirituellen Seite in Kontakt
zu kommen. «Ich bin schon als Kind mit zwei verschiedenen Welten konfrontiert
gewesen. Mein Vater war der eher atheistische Intellektuelle, von ihm habe
ich wohl meine rationale Seite. Die Mutter andererseits war und ist immer
noch ein tief spiritueller Mensch. Auch sie hat mich geprägt, Wie sonst
ist zu erklären, dass Lilo Schwarz auch die «grossartige Bildersprache» der
Bibel neu zu entdecken beginnt.
Viele Stationen
Eine «wilde Chaotin» sei sie, aber das nimmt man ihr so nicht ab.
Sie machte das Handelsdiplom, arbeitete als Primarlehrerin und Sozialarbeiterin,
besuchte eine Theaterschule, machte Kurse, wurde Erwachsenenbildnerin und absolvierte
mit 40 ein Psychologiestudium am IAP Trotz vielen verschiedenen Stationen treibt
sie etwas Unbeirrbares an, das erkämpft werden muss, aber auch wach hält,
Unerwartetes bringt. Das Ende ist nicht in Sicht. Es drängt sie, die Manager-Seele
und die Tarot-Seele noch stärker zusammenzuführem In ihr selber und
als Konzeption für andere. Sie spürt, wie dieser Weg aussehen könnte.
Es macht schon wieder in ihr. Ein neues Buch liegt in der Luft. Hilfe!
Lilo Schwarz ist nicht die herköminliche Kartenlegerin, die ihren Klienten
im Monolog Auskunft über Fragen der Liebe, des Geldes und der Gesundheit
gibt. Bei ihr geht es um die Auseinandersetzung im Jetzt und Hier. «Die
Auseinandersetzung mit der persönlichen Situation und den wichtigen Themen,
die sie sich für eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt äussern.» Es
gibt verschiedene Systeme und Techniken dafür. Lilo Schwarz hat die Tarotkarten
gewählt. Das hat seinen guten Grund.
Lilo Schwarz, 52, hat aber noch eine andere Seele in ihrer Brust. Vor 20 Jahren
begann sie, sich mit dem Tarot zu beschäftigen. Die 78 Karten, deren Herkunft
tief in die Jahrhunderte führt, sind ein Konzentrat alter Mythologien und
spiritueller Überlieferungen. Die Karten haben Lilo Schwarz neue Wege geöffnet,
mit ihrer spirituellen Seite in Kontakt zu kommen. «Ich bin schon als Kind
mit zwei verschiedenen Welten konfrontiert gewesen. Mein Vater war der eher atheistische
Intellektuelle, von ihm habe ich wohl meine rationale Seite. Die Mutter andererseits
war und ist immer noch ein tief spiritueller Mensch. Auch sie hat mich geprägt,
Wie sonst ist zu erklären, dass Lilo Schwarz auch die «grossartige
Bildersprache» der Bibel neu zu entdecken beginnt.
Wertvolles Werkzeug
Die Tarotkarten sprechen mit ihren Bildern, Farben und Symbolen eine ganz direkte
Sprache. Sie docken an Gedanken, Gefühle, Fantasien an und aktivieren
einen Dialog. «Die Tarotkarten selber haben keine Kraft. Sie sind nur
ein Stück bedruckter Karton. Die Kräfte werden dort geweckt, wo die
Bilder Assoziationen, Erinnerungen, Wünsche in uns entstehen lassen.» Neben
dem Emotionalen und dem Intuitiven rufen die Karten auch die Reflexion wach.
So kommt das innere Geschehen ins Rollen. Die Tarotkarten denken quer und sprengen
Grenzen. Sie fokussieren, setzen Überraschendes, ermuntern, erzeugen Angst.
Das macht sie für die Psychologin zu einem wertvollen Werkzeug.
Seit sich Lilo Schwarz selbstständig gemacht hat, sind die freien Stunden
knapper geworden. Die Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrem Mann, «dem
besten Partner auf der Welt». Seit 17 Jahren ist sie mit dem Tontechniker
und Studioproduzenten Gody Berger zusammen, seit zweieinhalb Jahren sind sie
verheiratet, beide haben eigene Wohnungen. Sie gehen oft in die Natur, wandern,
reisen, entdecken die Welt oder ziehen sich in ihr Rustico im Tessin zurück. «Wir
sind sehr unterschiedliche Typen, aber auch Gody ist ein ausgesprochener Beziehungs
- und Dialogmensch, und das verbindet uns stark.»
Verbindungen schaffen
Nichts ist nur schwarz und weiss, nur richtig oder falsch. Das hat Lilo Schwarz,
die Rationalistin, von den Tarot-karten gelernt. Die Bildsprache ist immer
mehrdeutig. Das prägt ihr Beratungsverständnis. Wertfreiheit ist
ihr ein wichtiges Credo im Umgang mit den Karten. Lieber stellt sie Fragen
- und führt die Klienten dazu, den möglichen Aussagen der Bilder
für die befragte Situation selber auf die Spur zu kommen. Mit ihrem Buch
zeigt sie einen Weg, das alte Wissen des Tarot auf den heutigen Alltag herunterzubrechen
und konkret nutzbar zu machen.
Eine ihrer Stärken sei es, blitzschnell Verbindungen zu schaffen. Das
Schwarz-Weisse hat darin keinen Platz mehr. Ach bin eine farbige Denkerin geworden
- dank den Tarotkarten.»
Die jahrelange, Beschäftigung mit Tarot hat sie inzwischen so weit gebracht,
dass sie selber nur noch selten Karten legt. «Ich habe mir die Symbolik
einverleibt. Ich brauche die Karten nicht mehr.» Lieber gibt sie nun ihr
Wissen weiter und bildet Leute zur Tarotberatung aus. «Ich habe festgestellt,
dass es auf diesem Gebiet viele Leute gibt, die inhaltlich sehr kompetent sind,
aber ein Manko haben, ihr Wissen professionell zu vermitteln.» Ihnen hilft
Lilo Schwarz auf die Sprünge. Gelassen sagt sie. «So kann ich mich
getrost zurückziehen und das Feld meinen Leuten überlassen.» Die
Manager-Seele freut sich. Die TarotSeele blinzelt.
| Zeitpunkt Nr. 66 Januar 2003 | |
| Text: Christoph Pfluger | |
«Die
Tarot Karten sind ein gutes Hilfsmittel für Entscheidungen, weil sie
nicht Ja oder Nein sagen.» Dies sagt die Luzerner Psychologin Lilo
Schwarz, die ihre Diplomarbeit über Entscheidungsprozesse geschrieben
hat und seit über zehn Jahren in ihren Beratungen und Seminaren mit
Tarot Karten arbeitet.
«Die meisten Entscheidungen fällen wir unbewusst und selbstverständlich.
Erst wenn wir uns nicht entscheiden können, werden wir uns gewahr, dass
wir überhaupt in einer Entscheidungssituation stehen.» Mit dieser
Feststellung dringt Lilo Schwarz zum Kern des Themas vor: Entscheiden müssen
wir uns nur, wenn wir es eigentlich noch nicht können. Faktoren, die gemäss
Lilo Schwarz Entscheidungen behindern sind:
- zu wenig Informationen
- Entscheidung ist noch nicht reif
- man hält den Prozess nicht mehr aus
- Umgebung drängt auf eine Entscheidung
- innerer Druck «ich muss mich entscheiden» (unechte EntscheidungsSituation).
Oft geht es also nicht primär darum, sich zu entscheiden, sondern eine bestimmte
Situation auszuhalten, bis sich der nächste Schritt deutlich abzeichnet.
MIT DEN KONSEQUENZEN LEBEN LERNEN
Bei Entscheidungen ist man immer mit der Möglichkeit konfrontiert,
auch zu verlieren. «Man wird allerdings nie wissen, ob man sich richtig
entschieden hat», sagt Lilo Schwarz. Die Alternative dazu ist die Wahl.
Dabei geht es gemäss Lilo Schwarz mehr darum, mit den Konsequenzen einer
Wahl zu leben, als sich für das eine oder andere zu entscheiden. In
diesem Prozess sei das Tarot eine sehr gute Hilfe, weil es nicht Ja oder
Nein sage, sondern den Entscheidungsprozess mit Bildern und Argumenten anrege.
Die Karten wirken wie ein Spiegel der eigenen Gefühle. Man lernt so
gewissermassen seine eigenen Ängste und Hoffnungen in Bezug auf eine
Situation und den darin enthaltenen Möglichkeiten kennen.
JEDEM DAS SEINE
Es gibt natürlich auch andere vergleichbare Entscheidungshilfen. Während
das Tarot über seine Bilder sofort Gefühle und Reaktionen auslöst,
ist das östliche I Ging eher abstrakt. Dabei werden Stäbchen oder Münzen
geworfen und erzeugen insgesamt 64 verschiedene Bilder, die im Buch der Wandlungen
beschrieben sind. Vorteil des I Ging wie des Tarot ist, dass man sie selber praktizieren
kann. Das ist bei der Astrologie mit ihrer unendlichen Kombinationsfülle
und den dazu gehörigen Berechnungen nicht der Fall. Wer über das simplifizierte
Wochenhoroskop hinausgehen will, braucht einen geschulten Fachmenschen oder zumindest
eine Computeranalyse. Verwandt mit dem Tarot sind die aus Findhorn stammenden
Engelkarten. Sie wirken gemäss Lilo Schwarz wie ein unterstützender
Morgengruss, bilden aber kein zusammenhängendes System.
| Handelszeitung 44 / 2002 | |
| Text: Mari Serrano | |
| Neue Sichtweisen mit Tarot Die Arbeitspsychologin Lilo Schwarz setzt bei ihren Beratungen ergänzend die Arbeit mit Tarotkarten ein. Vorausgesetzt, das Gegenüber und auch der Moment stimmen: «Manchmal verbeissen sich die Menschen in etwas oder sind einfach festgefahren, dann können die Tarotkarten den Blick öffnen.» Die farbigen Karten mit den rätselhaften Bildern und Symbolen (wobei die Teilnehmer die Karten selbst legen!) lösen sofort Assoziationen aus, ein Gespräch mit der Expertin entsteht, und die Beratung kann in neue Dimensionen treten. Denn die Bildersprache eröffnet neue Sichtweisen, und «die Karten liegen auf dem Tisch», wie Lilo Schwarz sagt. Tarot hat im wahrsten Sinne des Wortes etwas mit Offenlegung zu tun, dadurch kann bisher Ungesehenes auftauchen. Lilo Schwarz arbeitet seit 16 Jahren mit Tarot und grenzt sich entschieden gegen Scharlatanerie ab: «Tarot ist vertraulich, braucht Zeit und vor allem die Mitarbeit des Gegenübers.» Wie in der Meditation geht es auch hier darum, die bereits vorhandenen Lösungen oder Lösungsansätze zu finden. Lilo Schwarz bekräftigt, dass das Resultat nicht etwa eine zukünftige Voraussage ist, sondern die Menschen in ihren eigenen Intuitionen bestärkt werden. «Eigentlich wusste ich das schon, es war mir nur nicht so klar», erkennen viele nach einer Legesession. |
|
| Schweizer Hausapotheke Dezember/Januar 99/2000 | |
| Text: Albin Rohrer | |

| Schweizer Familie 3/2000 | |
| Text: Edith Lier | |
| St. Galler Tagblatt 18. Oktober. 2005 | |
| Text: Melissa Müller | |
|
|
Kartenlegerinnen stellt man sich gemeinhin anders vor. Die
Frau, die im Rösslitor unlängst ihr neues Buch über Tarotkarten vorstellte,
ist keine alte Zigeunerin mit Kristallkugel, sondern eine elegante Dame,
wie man sie am Bankschalter antreffen könnte. Lilo Schwarz - blondes Haar,
weisses Kleid - will sich auch nicht als Esoterikerin verstanden wissen,
sondern als Psychologin. Während sie Tarotkarten deutet, spielt sich fünf
Velominuten entfernt ein Kontrastprogramm ab: der Ökonom und Soziologe
Werner Seppmann, in linken Kreisen ein bekannter Mann, stellt in der Buchhandlung
Comedia sein neues Werk über Kapitalismuskritik vor. Das ist starker Tobak:
Er kritisiert die Ausbeutung der Arbeitskraft, bemerkt, dass die Erdölvorräte
zu Neige gehen und die Gesellschaft vereinsamt.
Die zwei Sachbuch-Autoren im Rösslitor und in der Comedia könnten nicht verschiedener
sein. Hier die schöngeistige Tarot-Frau, die sich feinstofflichen Dingen widmet,
dort der nüchterne Gesellschaftskritiker.
Esoterik hat Konjunktur
Dennoch bringen Schwarz und Seppmann gemeinsame Themen zur Sprache. «Esoterik
hat Hochkonjunktur», sagt etwa der deutsche Autor. Für den Ökonomen, der die «Ellbogengesellschaft» genau
analysiert, ist es kein Zufall, dass Horoskopglauben und spirituelle Orientierungen
im Trend liegen. Die Sorge, beruflich und sozial ausgegrenzt zu werden, sei
allgegenwärtig. So kämen emotionale Ansprüche zu kurz: «Deshalb werden die
Menschen empfänglicher für Heilsideologien. Die Spiritualismus-Branche bildet
ein millionenschweres Betätigungsfeld.»
Was würde Lilo Schwarz dazu sagen? Die resolute Frau
legt nicht nur Karten, sie coacht nebenbei Kaderleute. Manager wiederum
kriegen bei Seppmann ihr Fett weg: Einen Jugendlichen, der auf seinen Mitschüler
einschlägt, obwohl dieser längst am Boden liegt, vergleicht er mit einem
erfolgreichen Manager, der Extraprämien kassiert, weil er besonders viele
Arbeitsplätze vernichtet hat. Die beiden Autoren haben nicht nur verschiedene
Anschauungen, sie sprechen auch verschiedene Zielgruppen an. Das Buch «Im
Dialog mit den Bildern des Tarot» geht im Rösslitor wie warme Semmeln über
den Ladentisch. Die Käufer sind Frauen und Männer zwischen dreissig und
fünfzig Jahren.
Die Renaissance des Marxismus
In der Comedia staunt der Buchhändler Pius Frei, dass über 30 zumeist junge Zuhörerinnen
und Zuhörer gekommen sind. «Dabei heisst es doch immer, die Jungen von heute
seien unpolitisch.» Laut Pius Frei erlebt das Interesse am Marxismus in der Bücherbranche «eine
kleine Renaissance», Bücher wie das «Kommunistische Manifest» würden vermehrt
verlangt, und auch an der HSG würden hie und da marxistische Zitate in Vorlesungen
eingeflochten. Spannend wäre es, den Marxisten und die Esoterikerin zu einem
Tête-à-Tête einzuladen. Ob sich Werner Seppmann von Lilo Schwarz bei einem Glas
Rotwein die Karten legen lassen würde? Schliesslich werden längst nicht alle
Entscheidungen in der Wirtschaft auf einer rationalen Ebene getroffen. Und das
Herumkurven mit dem Velo zwischen den beiden Lesungen könnte man sich ebenfalls
sparen.
| Neue Luzerner Zeitung 26. Juni 2008 | |
| Text: Arno Renggli |
Tarot? Mir kommt dabei als Erstes der James-Bond-Streifen «Leben
und sterben lassen» in den Sinn. Roger Moore alias 007 lässt
die schöne Tarotlegerin Solitaire aus seinem eigenen Stapel eine
Karte ziehen. Sie erwischt die Karte «Die Liebenden», worauf
Bond ein leichtes Spiel hat, sie zu verführen. Als sie in seine
Arme sinkt, erkennt der Zuschauer, dass Bonds Kartenstapel gefälscht
ist und alle Karten das besagte Liebe-Sujet tragen
Zwischen Zweifel und Faszination
Tarot? Etwas für Betrüger und Scharlatane? Sicher auch, wie alles
aus dem esoterisch angehauchten Bereich. Doch wie immer hängt dies
nicht von der Philosophie, sondern von ihrer Anwendung ab. Und wenn etwa
beim Tarot Menschen ihr ganzes Leben und Handeln von den Karten abhängig
machen oder wenn «Experten» damit schlüssig die Zukunft
voraussagen und eindeutige Handlungsanweisungen geben wollen, wird man
rasch misstrauisch.
Die Luzerner Psychologin und Erwachsenenbildnerin Lilo Schwarz (56) beschäftigt
sich seit 20 Jahren mit Tarot und kann solche Einwände gut nachvollziehen.
Mehr noch: «Ich frage mich noch heute zuweilen, ob das überhaupt
einen Sinn ergibt. Und doch bin ich bei allen Zweifeln auch immer wieder
fasziniert davon, was Tarot in seiner ganzen Vielfalt auslösen kann.»
«Es ist nur bedruckter Karton»
Lilo Schwarz wendet Tarot mit entsprechender Vorsicht an. Ihr Ansatz ist
kein esoterischer, sondern ein psychologischer: «Meiner Meinung haben
die Karten an sich keine Macht. Es ist nur bedruckter Karton. Vielmehr
zeigen die Illustrationen die grossen Themen des menschlichen Daseins und
rufen Assoziationen hervor. Sie sind wie Spiegel für innere Bilder.» Entsprechend
sei es auch nicht so entscheidend, welche Karten man jeweils ziehe. «Jede
Karte kann einem etwas sagen, aber es wäre eine Überforderung,
alle 78 Karten auf einmal betrachten zu wollen.»
Kopfarbeit
Obwohl einen die Karten zunächst emotional berühren,
ist danach viel Kopfarbeit gefordert. «Die Übersetzung dieser
Gefühle
kann nur mit dem Verstand geschehen», ist Schwarz überzeugt.
Und genau das muss der Betrachter selber machen, er kann sich nicht einfach
von einem Experten alles deutend vorkauen lassen. Lilo Schwarz hat ihre
eigenen Erfahrungen damit gemacht. «Ich liess mir selber einmal von
einem Wahrsager die Zukunft deuten. Ich hörte zu, staunte, ging weg
und vergass es. Weil es mich einfach nicht berührte. Denn ich hatte
es mir nicht selber erarbeitet.»
Schaut man sich die einzelnen Tarotkarten an, gibt es tatsächlich
viele interessante Details zu sehen. Lilo Schwarz liefert in ihren Büchern
zu jeder Karte entsprechende Beschreibungen und Deutungsvorschläge. «Ich
entdecke auch nach so vielen Jahren immer wieder Neues.»
Tarot nicht immer geeignet
Sie, die sich als «Herzblutpsychologin» bezeichnet, weiss,
dass sie sich mit Tarot in Grenzbereichen bewegt. «Ich empfinde den
Spagat mit anderen psychologischen Techniken auch heute noch als schwierig.
Aber ich er-lebe immer, dass Menschen dank Tarot
einen Schritt weiterkommen.» Sie selber sei dank Tarot gedanklich
flexibler geworden, habe eine gewisse Schwarz-Weiss-Sicht überwunden. «Im
Grunde denke ich sehr akademisch. Tarot öffnet mir eine zusätzliche
Tür.»
Nicht in jedem Fall sei Tarot aber eine geeignete Methode. «Wenn
jemand etwa in einer tiefen Sinnkrise oder einer Suchtproblematik steckt,
kann Tarot kaum helfen. Denn es bietet die Sicht auf viele Möglichkeiten,
während Menschen in solchen Situationen sich eher in einer chaotischen
Gedankenwelt befinden und eine klare Linie brauchen.»
Ein Experiment
Anweisungen will sie mit Tarot ohnehin keine geben. «Ich interpretiere
die Karten nur auf einer allgemeinen Ebene.» Würde sie ihr Gegenüber
anhand von Tarot konkret analysieren, wäre das eine psychologische
Grenzübertretung, eine Verletzung der Persönlichkeit des andern. «Ich übernehme
lediglich die Gesprächsmoderation, damit der Klient in den Dialog
mit den Bildern kommt.»
Dass Lilo Schwarz den Karten an sich nicht die zentrale Bedeutung zumisst,
zeigt sie übrigens in einem Experiment, welches sie bei ihrer Lesung
am 4. Juli durchführt. Sie wird eine tarotähnliche Bilderdeutung
durchführen, aber nicht mit Tarot-, sondern mit anderen Illustrationen.
Wie um nochmals zu zeigen: Die Erkenntnis steckt nicht in den Bildern,
sondern in einem selber.
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Fast
wie bei Spielkarten
Ein Tarotset besteht aus 78 Karten. Von denen bilden 22 die «Grosse
Arkana» (Lilo Schwarz etwa bevorzugt den Begriff «Grosse
Spiegel»). Diese zeigen archetypische Grundmuster des Lebens und
beziehen sich auf die ganze Person und ihre Situation. Die 56 Karten der «Kleinen
Arkana» sind unterteilt in je 14 Stäbe-, Kelche-, Schwerter-
und Münzenkarten, die wie Spielkarten vom As bis zum König gehen,
wobei es zusätzlich auch noch je eine Königin gibt. Sie repräsentieren
die vier Elemente, zeigen alltägliche Szenen und beschränken
sich auf eine Frage zum gewählten Zeitraum.
Über die Entstehung von Tarot gibt es verschiedene Theorien und Spekulationen.
Etwa über den Zusammenhang der «Grossen Arkana» mit den
22 altägyptischen Mondstationen oder den 22 Konsonanten der hebräischen
Alphabets. Schriftlich bezeugt wurden die Tarotkarten erstmals in der Renaissance.
Es gibt sehr viele Ausgestaltungen der Karten, Lilo Schwarz etwa bevorzugt
wie viele andere die Version des Engländers Arthur Edward Waite (1957
bis ca.1940), den «Rider-Waite-Tarot». Denn dieser sei besonders
neutral gestaltet und lasse darum viel Deutungsspielraum.
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HINWEIS
In ihrem neuen Buch «Selbstcoaching mit Tarot» (Königsfurt/Urania,
2008, 195 Seiten, Fr. 29.80) bietet sie neben einer kurzen Einführung über
100 Kartenlegemuster zu Themenbereichen wie Gesundheit, Liebe, Karriere
oder Konflikte.
Als Einführung in Tarot eignet sich ihr Buch «Im inneren Dialog
mit den Bildern des Tarot» (Urania, 2005, 293 Seiten, Fr. 33.90),
in dem auch alle Karten ausführlich erläutert werden.
Erhältlich ist auch ein von ihr herausgegebenes Rider-Waite-Kartenset
mitsamt Einführung und Kurzerläuterung zu den Karten (Urania).
Infos über Beratungen und Ausbildungen zur Tarotberater(in): www.liloschwarz-seminare.ch
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| Blogbeitrag von Ursula Patzke | |
| 3. März 2011 |