
Auf der Ebene des schamanischen Verständnisses ist der Mensch
ein isolierter Teil, der erst in Verbindung mit der Natur ganz wird,
erst wenn er zum ganzen Kosmos und zur geistigen Welt zugehörig
wird. So gesehen sind wir verwandt mit den Steinen, Bergen und
der Erde, den Pflanzen, Wiesen und Bäumen, den Tieren des Was-
sers, der Lüfte und des Bodens, den Winden und Stürmen, den
Wolken und dem Himmel, den Bächen, Quellen, den Seen und der
Meere, der Sonne und dem Feuer und mit jedem Wassertropfen,
jedem Grashalm und jedem Lufthauch.
Die Technik der schamanischen Reise in die nichtalltägliche Wirklichkeit bringt uns in Ver-bindung mit unseren geistigen Kräften in Gestalt von Krafttieren, Lehrerinnen und Lehrern, Ahninnen und Ahnen und Geistwesen der Natur und des Universums. Sie begleiten uns mit unsere Absichten durch die unendlichen Welten auf der anderen Seite der Bewusstseinsgrenze.
Die schamanische Diagnose ist einfach und logisch nachvollziehbar. Wenn wir als Mensch gesund sind, so fühlen wir uns rundum in der Mitte. Wenn wir diese Mitte verlieren, fehlt uns entweder etwas, haben wir also etwas verloren oder wir haben etwas zu viel, sind von etwas belastet. Beides beeinträchtigt unsere Lebensqualität und ruft nach der Rückkehr zur Mitte.
Auf der Basis des heutigen psychologischen Denkens nutzen wir in der schamanischen Arbeit die uralten Erfahrungen der beseelten Welt, der Naturgeister, der Elemente und schöpfen aus diesen Quellen unmittelbare Kraft. Schamanismus ist Begegnung mit den Kräften, der Vitalkraft, den geistigen und spirituellen Kräften.
| Brief
einer Seminarteilnehmerin |
|
| Schamanisches
Arbeiten, Donnerstag, 20. Januar 2006 Liebe Lilo Ich möchte kurz beschreiben, was die Arbeit für mich bedeutet und wie ich sie erlebe. Ich sehe vor allem den Raum an der Obergrundstrasse in Luzern vor mir. Wir sitzen im Kreis. In der Mitte liegt das rote Tuch ausgebreitet mit den Utensilien darauf. Der Raum ist weit, rund und offen. Wir trommeln, rasseln, bereiten uns vor, eine ganze Weile lang. Wir halten uns an den Händen, singen Lieder, begrüssen einander. Die Kräfte werden eingeladen, es wird geräuchert und die Atmosphäre, der Boden ist vorbereitet, um in die nichtalltägliche Welt zu reisen. Die Reisen sind eingebettet in viele Rituale, Vor- und Nacharbeiten. Am Schluss werden die Kräfte entlassen, wir verabschieden uns aus dem Kreis und wechseln in die alltägliche Welt. Ich erlebe dich, deine Rolle so wie du sie beschreibst, als eine Art „Statthalterin“, welche die Voraussetzungen schafft, die Regeln beachtet, den Prozess begleitet, so dass wir uns den Erfahrungen der nichtalltäglichen Welt anvertrauen dürfen. Es ist sehr viel Vertrauen geschaffen, was wohl eine zentrale Voraussetzung ist. Das Ganze hat für mich viel Feierliches und Rituelles, ohne dass daraus ein Brimborium gemacht wird. Es ist einfach. Für mich hat sich damit eine Welt geöffnet, wo ich mich beheimatet fühle, wie bisher noch nie auf diese Art. Es ist eine natürliche, direkte Art der nichtalltäglichen Welt zu begegnen und beinhaltet viel Freiheit und keine Dogmen. Ich finde Verbindungen, die für mich passen. Vielleicht ist es wichtig, dass du für mich glaubwürdig bist und ich dich nicht als Guru erlebe. Ich bin offen, wie es weiter geht, auch mir selber gegenüber, was auf mich zukommt und wo ich hingehen werde. Liebe herzliche Grüsse Ria |
|